Auszug aus "Böhme Zeitung"
Zeitungsdruckmaschine
fit für die Zukunft
Rotationsanlage der Böhme-Zeitung wird umfassend modernisiert
- Arbeiten erfordern erheblichen Aufwand

18 Jahre – endlich volljährig. In Menschenjahren gerechnet, fängt das Leben für die meisten dann erst richtig an. Für die MAN Ecoman ist es dagegen ein durchaus kritisches Alter. Zeit für eine umfassende Auffrischung.

1997 in Betrieb genommen, ist die Zeitungsdruckmaschine der Mundschenk Druck-und Vertriebsgesellschaft natürlich technisch auf der Höhe. Damit das so bleibt, muss sie jetzt modernisiert, aufgerüstet werden, um auch zukünftig den Ansprüchen der Leserinnen und Leser gerecht zu werden. Dafür sorgen seit einigen Monaten Mitarbeiter der PrintHouseService (PHS) GmbH.

„Upgrade der Antriebe der Zentralsteuerung, der Aggregatrechner in einem Falz und zwei H-Druckeinheiten. Die vorhandenen Pecom-Leitstände werden gegen moderne Pulte mit Touch ausgetauscht. Rollenwechsler 1 und 2 wird die vorhandene EAE-Steuerung sowie der vorhandene Siemens-Gurtantrieb mit einer industrieüblichen Lösung ersetzt“ – so lautet in bestem Fachchinesisch die Auftragsbeschreibung für das Würzburger Unternehmen.

Herzstück wird fit gemacht. Man kann es auch einfacher sagen: Das Herzstück der Böhme-Zeitung wird fit für die Zukunft gemacht. Denn mit der Zeit werden die Anforderungen an die Qualität des Drucks weiter steigen. Ungeachtet aller Veränderungen im Produktionsprozess mit der Digitalisierung nahezu aller Arbeitsabläufe ist und bleibt die Druckmaschine das Herzstück der Zeitungsherstellung. Die Leserinnen und Leser wollen ihre Böhme-Zeitung weiterhin gedruckt in Papierform vor sich haben und erwarten zu Recht Druckqualität nach modernsten Technikstandards.

Das Upgrade erfordert einen erheblichen Aufwand, finanziell und zeitlich. Seit Juli sind die PHS-Monteure mit der Modernisierung der Rotationsanlage beschäftigt, tauschen Verschleißteile aus, ersetzen ältere elektronische Komponenten durch moderne. Dabei müssen sie neben technischem Wissen und Monteurkönnen manchmal auch die Gelenkigkeit von Artisten beweisen, um an die Anlagen im Innern der riesigen Maschine zu gelangen.

Dazu kommt der Zeitdruck: Die Techniker müssen ihr Tagwerk stets pünktlich beenden. Das ist durchaus mit einer Operation am offenen Herzen zu vergleichen. Denn abends und nachts muss weiter gedruckt werden. Schließlich erwarten die Leserinnen und Leser der Böhme-Zeitung und der anderen Druckerzeugnisse des Soltauer Verlagshauses zu Recht, dass ihre Zeitung morgens pünktlich und in der gewohnte Qualität zugestellt wird oder verkaufsbereit im Kiosk liegt – Modernisierung hin oder her.
Wenn trotz aller Monteurkunst die Ecoman am Ende des Tages einmal nicht einsatzbereit sein sollte, bedeutet das nicht, dass die Leserinnen und Leser am nächsten Morgen auf die aktuelle Zeitung verzichten müssen. Dann kann der Druck kurzfristig zu Nachbarverlagen in Lüneburg und Walsrode ausgelagert werden.

Das größte Stück des Weges ist geschafft. Anfang 2016 soll die Modernisierung der Rotation abgeschlossen und die Voraussetzung geschaffen sein, dass die Leserinnen und Leser ihre Böhme-Zeitung weiterhin in einer Qualität vorfinden, wie sie es erwarten können. Es ist eine Investition in die Zukunft. Denn die gedruckte Böhme-Zeitung wird weiterhin ihren festen Platz in den Haushalten der Region haben.


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Mit der Schieblehre überprüfen Marcel Männel (links) und Bernd Lesch vor dem Rotationsturm die Abmessungen einer Falzleiste, die anschließend in die MAN Ecoman eingebaut wird.